Eigene Hirnarbeiten

 

RED BIKER HYMNE

 

 

A red Biker is vielleicht kla,

oba niemois gaunz ala

A Red Biker is vielleicht rund

Und lebt a ned besonders xund

 

A Red Biker hot a Herz

und ned nur für sein eigenen Schmerz.

Er mog Kinder und a Tiere

haut si für Kollegen viere -

 

redt sogor im Parlament,

weil er hoche Leitln kennt.

Se haum de Jungan und de Oiden,

oba sicha kane Koiden.

 

Weu füreinander haums a vü über

und sporn ned mitn gsportn Süba -

se reden und se hurchn zua -

egal ob Madl oda Bua!

 

Wennst so a Truppn host ois Freind,

die Sun gaunz afoch immer scheint.

Des Tief ziagt schnö aun dir vorüber

und gemeinsaum lochst daun drüber.

 

I bin so froh, dass i eich kenn

und ned ala durchs Leben renn.

Mit stolzer Brust sog i an jeden:

„Die Red Biker san mei Leben!“

 

   Wochenende   

Die gaunze Wochen hackeln geh

sie ärgern mit de Leit

und is des Weda no so sche

des mocht uns gor ka Freid

 

Doch aum Freitog in da Fruah

mocht mei Herz an  Sprung

san de Augal a nu zu

wir fühn uns wieder jung.

 

Des Kreiz tuat nua mehr hoib so weh

de Knia wohrscheinlich a

da Blutdruck is  ned gor so sche

Do moch ma ka trara

 

De an gehen bergsteign oder radeln

de aundern baun aun ernan Haus

de Krämpf in Händ und Wadln

de hoid ma gaunz guat aus

 

Aum Obend nu schnö ins Theater

vorher in a Restaurau.

Pflichtbesuch beim oiden Vater

und a Museum schau ma uns au.

 

Gäste kumman und wir kochen,

drei Gerichte und a mehr.

Wir spün Korten und wir lochen,

fühn uns stork  ois wie a Bär.

 

Aum Montog  daun, wir wochen auf

und spirn des Kreiz und a de Knia.

Ois tuat weh wia noch an Lauf -

a Gripp muass sei, wos i do gspier.

 

De Schlappheit hoit den gaunzn Tog,

de Orbeit geht ned von da Haund.

Wauns murgn ned wieda besser is

geh i in Kraunknstaund!

 

 

 


Katzentagebuch     

 

 

Samstag, 27.9.,  10.00 Uhr:

Wir kommen in die Wohnung. Claudia hat Molly getragen und keucht. Freue mich über Danielas Brief und die Pizzarolle. Gehe in die Katzengemächer. Ginger und Spike begrüßen mich. Sterndi schaut mich von weitem an und Lucky sehe ich nicht. Es ist noch Futter da. Ginger frisst. Suche verzweifelt Plastiksack. Finde nichts. Nehme Mistkübel mit ins Bad und beginne Futter zu wechseln. Schön sind die Tage beschriftet, einfach für eine doofe Mama. Katzenklo wird auch gleich gemacht. Nichts Großartiges drinnen. Verstehe, wieso Leni mit Wasserspender nicht klar kam. Fülle mit Kanne nach. Streichle Ginger, welche Spike anfaucht, der auch gestreichelt werden will. Lucky ist nicht zu finden, Sterndi sitzt am Kasten. Endlich finde ich Lucky unter der Bank. Okay ich gehe.

 

                                               

Sonntag, 28.9. ,  12.00 Uhr:

Papa und ich kommen rauf, Papa trägt Molly, ich keuche, er nicht. Habe Mistsackerl mit. Öffne Katzenreich und werde wieder von Ginger und Spike begrüßt. Ginger faucht Molly an. Ich sehe gleich mal Scheisshaufen. Es stinkt furchtbar. Gucke ins Bad – viele Scheisshaufen und wenig gefressen. Ich beginne Futterschüssel zu entleeren und auszuwaschen. Gleich danach die Scheisse wegmachen. Eine muss Durchfall haben. Öffne Katzenklo und es würgt im Hals. Ich muss kurz unterbrechen. Habe mich wieder im Griff und mache weiter. Alles wieder sauber, frisches Futter in den sauberen Schüsseln. Ich will Wasser wechseln und verursache eine mittlere Überschwemmung. Blöder Wasserspender. Streichle Ginger und Spike  – auch Sterndal ist dabei. Lucky wieder unter Bank. Schiebe Bank weg – Lucky ist am höchsten Punkt der  Wohnung – auf Schachtel am Kasten. Leider nicht dazu zu bewegen herunter zu kommen. Streichle noch ein wenig die anderen und gehe dann, nachdem ich 2 Schokos gestohlen habe mit Mistsack und restlicher Pizzarolle hinunter.

 

Montag, 29.9.,  13.00 Uhr:

                                                                                                

War heute alleine füttern. Weniger gekeucht. Keine Molly mit. Gleich beim aufmachen, Atem angehalten, wieder alles angeschissen. Prüfender Blick zum Abzählen der Katzen. Ginger frisst. Spike schnurrt, Lucky sitzt am Hochsitz ….

Wo zum Henker ist Sterndi?? Ich stürze mich über den Kot am Boden, dann über den im Katzenklo. Wie können die 4 kleinen Viecher nur so viel scheißen?? Dazwischen suche und rufe ich Sterndi. Ich finde das Klopapier, die Küchenrolle, Sackerl und sonst allerhand. Kein Sterndi. Gehe in die Küche. Wasche die 4 Futterschüsseln und wie ich sie füllen will, höre ich ein Kratzen. Es kommt aus dem Eckkleiderschrank. Ich öffne die Türe und Sterndi schreitet heraus. Wie kam sie da rein??? Ich rieche in den Kasten, nix passiert. Beim gehen gestern habe ich sie noch abgezählt. Achja Ginger frisst. Ich gebe frisches Wasser, kehre auf und zähl die Katzen. Ginger frisst. Tür zu, Mistsackerl geschnappt und auf nach Hause. Kurzer Gedanke daran, wie lange eine Woche dauern kann.

Dann hatte ich die fatale Idee Leni überraschend zu besuchen, aber das ist eine andere Geschichte.    

                                                           

 

Dienstag, 30.9.,  9.00 Uhr:

Schon bevor ich raufgehe, schwöre ich mir, mir niemals eine Katze zu nehmen. Ich bitte den lieben Gott darum, dass er Daniela nie länger als eine Woche ununterbrochen urlauben läßt und überlege, ob ich Papas Gasmaske vom Heer hätte mitnehmen sollen….Keine Atemnot im 4. Stock, aber Krampf im linken Wadl. Gott sei Dank hab ich Molly daheim mit einer Scheibe Kalbsstelze beschäftigt. Ich sperre auf und lausche. Wie immer kein Mucks.

Als ich die Wohnzimmertüre öffne stehen da schon Ginger, Spike und Sterndi zur Begrüßung. Na bitte, schön langsam gewöhnen sie sich an mich. Lucky ist unter der Bettbank. Nichts angeschissen und es stinkt heute auch nicht. Futter samt extra Brekkies zur Gänze verschwunden. Deshalb frißt Ginger wohl nicht.

Ich beginne die Klos zu reinigen, Wasser zu wechseln und das Futter in die Schüsseln zu geben. Ginger immer in vorderster Front, beginnt sofort zu fressen und faucht dabei Spike an, der auch gerne eine der 4 Schüsseln haben möchte. Lucky haßt mich. Sie ist ständig auf der Flucht vor mir. Ginger kommt zu mir auf die Bettbank und will kuscheln. Widerwillig mache ich mit, im Hinterkopf ihre Kratz- und Beissattacken, wenn Daniela da ist. Anscheinend bin ich die Fliege, die der Teufel in der Not frißt.

Streichle noch Spike und Sterndi, winke Lucky am Hochsitz zu, sehe, dass Ginger wieder frißt und schließe die Tür. Noch 4 Tage ….

 

 

 

Mittwoch, 1.10.,  11.30 Uhr:

Guter Dinge schreite ich in den 4. Stock, Atemnot und Wadenkrämpfe sind nur mehr ansatzweise vorhanden. Post, ohnehin nur Reklame, habe ich aus dem Kasten gefingert. Oben angekommen läutet mein Handy, deshalb kann ich schlecht fluchen, als ich die Tür ins Katzenreich öffne. Wir haben wieder eine Trotzphase, welche sich in zwei Haufen (einer sehr weich) ausdrückt. Und ich habe etwas dazu gelernt. Man lässt keine Küchenrollen in Zimmern stehen, wo Katzen sind. Während ich telefoniere, eine Freundin ist dran, drücke ich mir einen Kaffee runter und die drei Mutigen umzingeln mich. Nummer 4 sitzt, wie immer, am Hochstand. Ich reinige das Katzenklo und bin sicher, da kommen nachts sicher Freunde aufs WC, soviel können die 4 nicht scheißen. Es stinkt. Hätte Lust, etwas zu lüften. Allerdings habe ich Angst, dass Daniela mich lyncht, wenn eine springt. Und eine würde es sicher tun, denn sie hassen mich. Da bin ich sicher. Ginger frisst. Eigentlich tut sie das, seit ich da bin, denn diesmal war von gestern was über. Bekommt man eine Vorstrafe, wenn man eine Katze tötet? Nicht mit Vorsatz, einfach im Affekt? Eine kurze Überlegung war es wert. Oma möchte mich sehen. Ich sag ihr, dass ich keine Zeit hab, denn ich muss ja täglich Katzen fütter. Sie meint, sie kann mir den –Samstag abnehmen, da ist ihr Hugo nicht da – Danke vielmals Oma, der eine Tag ist auch schon egal. Leider ist sie sonst zu beschäftigt mit Kreuzworträtsel, Kaffee trinken und eventuell Fernsehen.

Ich zähle die Lieblinge meiner Tochter ab und suche das Weite, nachdem ich Wasser gewechselt habe.

 

 

                                                                                 

Donnerstag, 2.10., 9.00 Uhr:

Heute hab ich es sehr eilig. Habe noch einige Termine. Ich hoffe, sie haben nicht wieder getrotzt. Oder Schlimmeres. Ich hoffe auch, dass der Snoopy Knochen Polster schon vor Danielas Urlaub so löchrig war. Muss so sein, habe die Fetzen, die fehlen, nirgendwo  gesehen. Innerlich angespannt sperre ich auf, lausche und rieche. Im Vorzimmer riecht man aber ohnehin nie was….

Wie befürchtet haben wir wieder etwas getrotzt. Warum begreifen der oder die Übeltäter nicht, dass Frauchen trotzdem nicht kommt, auch wenn wir die ganze Wohnung zu scheißen. Nachdem Papa mit ist, erledigt er beim gemütlich fernsehen das Streicheln. Obwohl ich gestern mehr als die hergerichtete Futterration in die Schüsseln getan habe ist alles weg. Heute gebe ich nur das vorgeschriebene. Es ist wenig – aber!! Wer wenig frisst, scheißt auch weniger, oder???? Immer wieder würge ich beim Katzenklo reinigen. Papa lacht, denn ich würge sehr laut. Ich räume die Haufen in Klo und Bad weg, sprühe Clean auf den Boden und reibe die eingetrockneten Reste weg. Ich klopfe die Unterlagen aus und kehre zusammen. Vielleicht kommt Daniela ja früher heim, denn in Kroatien soll es inzwischen auch regnen …….

Ginger frisst und ist offensichtlich glücklich. Spike sitzt im Wäschekorb und schaut dümmlich herum. Lucky und Sterndi sind bei Papa. Ich schnappe den Mistsack und suche frische Luft. Noch 2x !!  

Freitag, 3.10., 11.30 Uhr:

Heute ist es später geworden. Bin seit der Früh im Einsatz. Stiegen waschen,  usw. Ich mache mir inzwischen keine Hoffnungen mehr, eine saubere Wohnung vorzufinden. Auch nicht, dass mir Lucky näher kommt. Dabei habe ich ihn gerettet, damals im Pferdestall. Undankbares Vieh.

Heute wird mein letzter Eintrag sein. Am Samstag habe ich wirklich keine Zeit und werde also früh am Morgen noch einmal zu den Stubentigern schauen. Bin ich froh, dass diese Woche vorbei ist. Bin echt fix und foxi. Bin mit Molly Bus gefahren. Hin war es angenehm und ich habe sie diesmal nicht hinauf getragen, sie wird jetzt sicher keine Knochenverformung bekommen, weil sie einmal 4 Stöcke gehen hat müssen. Allerdings tun weder Waden weh, noch habe ich Atemnot. Die Katzen fauchen sich sofort weg, weil sie Molly sehen. Allerdings bleiben sie auch in ihren Gemächern. Juhuu nur ein größerer Haufen neben dem Katzenklo, dafür innen drinnen Elefantendreck. Zumindest der Menge nach. Ich reinige und würge und füttere und sag ihnen, dass heute streicheln nicht drinnen ist. Ich schütte mal wieder die Wasserschüssel aus, das ist aber auch ein Klumpert. Katzen kurz abgezählt. Rasch ist alles erledigt und ich laufe guter Dinge zum Bus. Und der ist voll. Ich versuche irgendwie mit Molly ein Platzerl zu finden. Letztendlich muss ich sie bis heim tragen. Warum tu ich das eigentlich? Na gut morgen noch und dann ist endlich Schluss. Aber morgen schreib ich nix mehr, denn sofort nach dem letzten Besuch bei den Katzen werde ich diese Tage verdrängen.

Ich habe dir frisches Toastbrot raufgetragen, denn das andere ist etwas abgelegen, hoffentlich bist du gut erholt, mein Kind

                                               Deine erschöpfte Mama

 

 

 

Damals wars anders

 

Es war amoi vor langen Jahren,

da bin  selber Taxigfahren .

12 Stunden Schichten in der Nacht,

haben mir nix ausgemacht.

Doch dazwischen plagt der Hunger

Und gaunz trocken is de Zunga -

Oiso schnö zu ana Hassn

beim Standl in der Hosengassen.

Käsekrainer, brotn oda kocht,

hot da der Kobara durt gmocht,

Fraunkfurter oda Leberkas,

und de Meterwurscht wor a ka Schass

A Bierli, a Kracherl oder nur a Mineral -

für uns wors afoch ideal.

Heit schau i oftmoi recht vergebli,

doch niergendwo a Standl seh i.

Kebap, Pizza, Schnitzelhaus

so schauts bei uns in Wien heit aus.

De Hasse is  Vergaungenheit,

genauso wie die Ruhezeit.

Waun Saumstog die Geschäfte schlossen,

und kana wor mehr auf da Gossn

bis aum Montag in da Fruah.

Des wor normal – ollas wor zua.

Nur de grine Hittn im Prota wor offen

Do  haum sie de meisten daun, beim eikaufen troffen.

De hittn de gibt’s nu – nur grün is sie nimmer.

I frog mi wie laung nu, weu es wird immer schlimmer.

Froh bin i scho, dass i 47 bin,

i hobs nämli kennt unser scheneres Wien,

unsere Strizzis und Gauner, de haum ghobt a Ehr.

Des olles is wegga und kummt nimmermehr.

Wenn i amoi im Himme drom bin

Daun wird’s a so sei wia domois in Wien,

drum hob i ka Aungst wenn ma da Sensenmau deit,

i kauf ma a Hasse und schau oba aufd Leit.

(2009)

 

 

Häupls vergessene Kinder

 

Vom Gemeindebau  waren wir die Herren,

mussten aufpassen und Haustor sperren,

schauten auf Ordnung und schlichteten Streit,

wurden geachtet von den anderen Leut´.

Konnten nicht weggehn, denn es kam ja vor,

so mancher Geselle stand vorm zugsperrten Tor.

Im Winter um vier waren wir schon bereit,

und schaufelten fleißig – egal wie viel´s schneit.

Geputzt und gewaschen, gekehrt und entstaubt -

wir haben an unsern Berufsstand geglaubt.

Die meisten von uns halfen auch in der Partei.

Man läßt sei Familie nicht hängen – des wär a Sauerei.

Doch dann kam die Wahl, die Blau-Schwarz gewann!

Unser Beruf wurde als teuer, rasch abgetan.

Keiner der Roten hat etwas gesagt,

keiner hat uns zu retten gewagt.

In all diesen Jahren – neun sind es jetzt

Hat man uns mit Versprechungen nur versetzt.

Und was nun Herr Ludwig in Rust hat erfunden,

das gab´s schon mal alles – ohne Überstunden!

Der Hauswart hat nämlich seine Runden gedreht

und nach zwielichtigen Gestalten gespäht.

Auch schlichtete er so manchen Streit

und sorgte zudem noch für Sauberkeit.

Nun machen´s dann andere und bekommen noch Geld;

ob es das ist, was der Mieter gern hätt?

Warum nur Herr Häupl, lässt Du es geschehen

dass sich 2500 Genossen weg von Dir drehen???

Weil sie nicht verstehen, dass Du sie nicht schützt,

sondern nur mehr als Clowns der Roten benützt.

 

(2009)

 

 

 

Ode an den Winter

De Händ san rau vom vün strahn
des Kreiz tuat weh vom Sackl zahn
de Fiass san noss von Matsch und Schnee
und vom Wind nu Schädlweh
 
Kaum tauts auf und es is trocken
gengan da de Leit aufd Sockn
"Herns de Standerl, de tan weh!"
Oiso muasst eikehrn, oba schnö.
 
Des Spü, des ziagt sie oft über Wochen
do vageht da leicht des lochen,
waunst um viere woch sei soist
damits da ka verwornung hoist.
 

oba daun im nächsten summa
vagess ma wieda unsern kummer
do geniss ma unser zeit
und wissen dass uns is hackeln gfreit!!!

(2009)

 

 

 

 

Gedanken zu meinem 47er

Was immer ich getan hab, es tut mir gar nichts leid –

ich möchte sie nicht missen, meine schlimme Zeit!

Dann damals, als ich jung war, fand ich es ganz okay,

sich kräftig aufzulehnen gegen jegliches Klischee.

Im Laufe vieler Jahre, wurden Ansichten verkehrt,

ich halt fest an vielem, was mich damals hat empört.

Ich bin auch nicht mehr böse, auf meine Kinderzeit

sonst hätte ich noch Jahre, mit den Eltern Streit.

Ich nehm es als gegeben und schaue nur nach vorn -

das Leben ist zu kurz, für Gram und Hass und Zorn.

Auch kann ich Stolz empfinden, auf das, was ich heut mach,

mit Eifer, Kampf und Willen, ich Grenzen oft durchbrach.

Auch auf meine Töchter, bin ich mächtig stolz –

Ich denke oft im Stillen, sie sind vom selben Holz.

Den Treffer meines Lebens, den ich vor Jahren fand,

der mit mir das Leben lebte und wo Kummer stets verschwand,

der meine Stärken stärkte und meine Schwächen übersah,

das war mein Mann, der Martin, der ist immer für mich da.

So wie meine Freunde, die ich nicht missen will,

denn sie sind stets Begleiter, auf meinem Weg zum Ziel.

Euch allen sag ich DANKE – ihr seid ein Teil vom Mosaik,

dass für mich heute bedeutet – ICH BIN EIN MENSCH IM GLÜCK!!!

(2009)

 

 

 

Herbst wirds

Herbst wirds, de Blattln wern braun,

se foin von de Bam und verwittern daun.

Köda is jetzt schon in da fruah und feicht.

Den Storch und de Schwoim hots Weda scho vascheicht.

 

D´Vogal wos do bleim, san in gaunzn Tog stumm

trostlos is rundummadum

Fir´d Kinda is lustig, se lossn in Reign

ernare bunten Drochen steigen.

 

Oda se gengan Kastanien glaubn,

saummens und dan Manderl baun.

De Gschroppn kaun nix von da Wiesn verdränga,

do kauns wochenlaung koit sei und Schuastabuam renga.

 

Da Bauer hot jetzt a nu a bissl wos ztuan,

er lest in Wei und ziagt de Ruam.

Erscht waun aum Föd nur mehr Stoppen san,

rosst er sie aus und bleibt daham.

 

Es gibt im Herbst a sche Tog - ohne Regn,

do muaßt di amoi in an Woid einestöhn.

A Forbenprocht is des, wunderboa,

rot und göb leichts, du kummst da wia im Himme vor.

 

De meisten seng des goa ned, dena is nua koid.

Dabei is do so schen in an herbstlichen Woid.

Do singan de Vogal, wauns in da Stodt scho vastumman,

und aum Woidraund blian Astern und a poor aundare Bluman.

 

I sog da, sei ned, wia de aundan so dumm,

geh eine in Woid und schau di um,

D´Natur is a Wunder, wias ka gresseres gibt,

in dera ihr Schenheit hob i mi valiabt!!!

(1980)

 

Für mei Oma

Vierasiebzg Johr bist wurn und guat dahoidn,

ned so zniachtlad, wia de gaunzn aundan Oidn.

Fühlst di maunchmoi a ned gaunz woi,

und tuats Herzal ned wias soi,

tuan dad Fiass weh waunst laung gehst,

und wird da schwindli, waunst laung stehst,.

Des is ned so org,Oma, des kaunnst ma glaum,

des haum vüle oide Fraun.

Du brauchst ned glaum, du muasst jetzt sterm,

so schnö woi ma di nu ned beerm.

Wer tatat uns de Schnitzl bochen

und an Solot aus Erpfen mochen?

Und vom Papa de Leberkost?

Wer kaufert uns an Traubenmost?

Herst, wir brauchen di, wir haum di gern

und deswegen damma a dein Tog heit ehrn.

Kewest a olaweu, wenn ma da wos schenken,

gfreist die do, weu ma aun di denken.

Ois guade und nu a recht laungs Lebn

von deine Gschroppen Greti, Kurti und Marlen.

(1980)

 

 

Mir ist so kalt

Der Sonnenschein dringt in den Raum,

draussen blüht der Kastanienbaum,

die Vogerl zwitschern munter ihr Lied,

sie werden nichtmal abends müd.

 

Ich sitz am Fenster und sehe raus - 

die Menschen sehn alle so glücklich aus.

In meiner Wohnung aber ist es kalt,

hoffentlich kommt der Sommer bald.

 

Und wärmt mir meine kalten Glieder

und bringt die Lebensfreude wieder.

Immer sitz ich vor den Scheiben,

nichts kann mir die Zeit vertreiben.

 

Irgendwann werd ich mal tanzen gehn,

mich zu schönen Klängen drehn,

lachen, singen und auch schrein,

nicht mehr in der kalten Wohnung sein.

 

Dann blüh ich, wie der Kastanienbaum,

und Wirklichkeit wird aus dem Traum.

Doch bis dahin ist noch lange Zeit

und die Tage am Fenster werden zur Ewigkeit.

 

(1982)

 

 

DAS SCHULWESEN

 

Kaum bin ich hier, so wird mir schlecht,

weil ich gern nach Hause möcht.

Doch was hilfts, ich muss bleiben

und vor dem Läuten, die Hausübung schreiben.

 

Leider kommt der Lehrer früher in die Klasse rein

und sagt streng: "Lass das sein!!"

Dann schickt er mich zum Direktor um ein Blatt,

dass er als Vorladung bezeichnet hat.

 

Ich soll es meiner Mutter geben,

da werd ich dann schon was erleben.

Weiter kommt er mit der Predigt nicht,

es betritt den Raum, der Lehrer für Geschicht.

 

So fängt dieser Schultag an,

ob man sich da noch auf den Rest des Tages freuen kann?

Der Lehrer erzählt von Hitler, der die Diktatur wollte,

von den Folgen der französischen Revolte,

 

von Männern, die den Ruhm erringen

und von tausend andern Dingen.

Zum Glück hab ich die Lektüre der Micky Maus

und nach drei Seiten ist die Stunde aus.

 

In der Pause gehts normal erst richtig los -

doch das ganze hat heut nen Haken blos,

der Lehrer bleibt in der Klasse drin,

da hat das Raufen keinen Sinn.

 

Nachdem ich halb mein Brot verzehrt,

hat die Pause aufgehört.

Diesmal haben wir Chemie,

doch das mochte ich bis jetzt noch nie.


Die ganze Stunde müssen wir heute schreiben,

so dass kaum Minuten zum Tratschen bleiben.

Nach zwei weiteren Endlosstunden

sind Musik und Mathe überwunden.

 

Doch nun kommt ein Gegenstand,

den ich immer scheusslich fand.

Er erzählt von Ländern in weiter Ferne

aber auch von Sonne, Mond und Sterne,

 

Geographie, ihr wisst es schon,

am Liebsten liefe ich davon.

Da nützt kein Micky Maus Heft was auf der Welt,

wenn einem der Lehrer im Auge behält.

 

Endlich ertönt ein freundliches Signal

und mit einem Mal,

kann ich wieder lachen 

und dumme Witze machen.

Schnell lauf ich in die Garderobe und zieh mich an,

bis morgen früh um Acht, bin ich ein freier Mann.

 

 

Weihnachtsgedanken

 

 

I wor so traurig und ala,

und mei Bruada wor des a.

Oba i hob auns Christkind denkt

und dass ma vielleicht wos schenes schenkt.

 

Mei Bruada hot sie sehr bemüht,

dass nix mir meinen Glauben stüht.

Doch irgendwaun mit 8, 9 Johr

hob i daun gwußt, wers Christkind wor.

 

Und wer Unterwäsch und Stift vasteckt

und de Socken untern Christbam legt.

Weihnochten wor trotzdem schen -

wir haum daun immer Fernsehn gsehn.

 

Und die Hoffnung, die wor do,

is Christkind kummt und hoit mi o.

Oba es is niemois kumma,

hot ma ned mein Kummer gnumma.

 

Daun noch vüle weitre Johr-

die eignen Kinder stehn davor,

Ollas wor do unterm Bam -

a echter, schener Weihnochtstram.

 

Frohe Gsichter, Kinderlochen,

gemeinsam viele Sochen mochen

und trotzdem a a Spur von Gram:

„Warum wors aunders bei uns daham?“

 

Heit san a die Kinder groß –

des Enkerl sitzt bereits aum Schoß.

Wir feiern Weihnocht mit Gfüh und Herz

doch in der Brust der dumpfe Schmerz.

 

Nix wird mir je wiedergeben,

wos i ned söba durft erleben.

Nur die Gewissheit loßt mi lochen

dass i hobs kenna bessa mochen.


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